Millerntoooor!

Gib Nakis keine Chance

Was war passiert?

Nach unserem Führungstor kurz vor der Pause im Spiel gegen Hansa Rostock wurde bei uns im Gästeblock ein Bengalo gezündet. Muss man nicht gut finden, ist aber auch kein Weltuntergang. Die Rostocker allerdings fühlten sich anscheinend dermaßen provoziert, dass sie es für angebracht hielten, sowohl mit Leuchtraketen als auch -munition auf Menschen in unserem Block zu schießen.

Begleitet wurde das ganze zynischerweise durch Jubel und Applaus der sich praktisch durch alle mit Heimfans besetzten Tribünen zog; was die Argumentation, dass es sich hier nur um ein paar einzelne Spinner im Rostocker Fanlager handelt doch deutlich erschwert.



Mag sein, dass es nur einige wenige Personen waren, die eigenhändig in unseren Fanblock geschossen haben. Wenn aber so eine Aktion bei der billigend in Kauf genommen wird, dass Menschen zu Schaden kommen könnten—man dies sogar als primäre Absicht unterstellen kann—in Form von Beifall der anderen Zuschauer gewürdigt und befürwortet wird, lässt sich hier eben doch ein sehr grundlegendes Problem in der breiten Masse des Rostocker Publikums ausmachen.

Die Strafe(n)

Heute hat sich nun der Kontrollausschuss des DFB dazu geäußert, wie er die Vorkommnisse bei diesem Spiel bestraft sehen möchte. Rostock droht demnach ein Geisterspiel; eine Strafe die eher mild ausfällt wenn man bedenkt, dass St. Pauli für den Wurf eines einzelnen Bierbechers die selbe Strafe drohte während in Rostock sowohl Spieler als auch Offizielle praktisch ununterbrochen mit Bananen, Bechern, Mobiltelefonen (I kid you not) und teils gar Flaschen beworfen wurden… zusätzlich zum Pyrobeschuss auf die Gästefans.

Außerdem werden die Rostocker wahrscheinlich noch etwas glimpflicher davon kommen indem sie allein aus taktischen Gründen Einspruch gegen dieses Urteil einlegen und somit das Geisterspiel hinauszögern, so dass sie nicht zum Beispiel schon beim ausverkauften Spiel gegen Dresden auf die Ticketerlöse verzichten müssen sondern erst bei einer späteren Partie wie etwa der ersten Begegnung des nächsten Jahres gegen den MSV Duisburg der ja nicht gerade ein Publikumsmagnet in fremden Stadien ist.

Der eigentliche Skandal ist aber, dass der FC St. Pauli satte €20.000 zahlen soll… für das Abbrennen von Bengalos (ein Tatbestand der selbst bei Erstligisten regelmäßig nur mit Summen im unteren einstelligen Tausenderbereich geahndet wird) und für “diskriminierende Äußerungen” die man aus dem Gästeblock vernommen haben will, während die Mannschaftsaufstellung der Rostocker verlesen wurde.

Das ist nun aus zweierlei Gründen ein schlechter Witz:

Erstens sind “Naki!”-Sprechchöre (in Anspielung auf Nakis legendäre Szene beim letzten Gastspiel in Rostock) wohl kaum diskriminierend. Man kann hier nur vermuten, dass die Funktionäre das als “Nazi”-Rufe verstanden haben. Ob die nun gerade in Rostock diskriminierend gewesen wären darf aber auch eher kontrovers diskutiert werden.

Und zweitens scheint man beim DFB hier auf einem Ohr taub zu sein. Denn unserem Anhang vermeintliche eh… “linksradikale” (!?) Parolen zu unterstellen und bestrafen zu wollen während man geflissentlich ignoriert, mit welcher Ausdauer der Rostocker Anhang sich mit vor Homophobie nur so triefenden Äußerungen und Gesten lächerlich gemacht hat stimmt doch sehr nachdenklich.

Das Fazit

Wenn der Verein auch nur einen Cent Strafe an den DFB überweist fordere ich hiermit, dass dies zweckgebunden geschieht, damit sich die lieben Opis dort endlich mal vernünftige Höhrgeräte zulegen können.

Unsere Fans sollten desweiteren so selbstkritisch sein und sich freiwillig einem Entnakifizierungskurs unterziehen.

Mehr dazu auch beim Gegengeraden-Gerd und dem Lichterkarussell

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